Menschen

Die Natürlichkeit, Schönheit und Abgeschieden­heit des Riedjis zieht Menschen aus ganz Europa an. Das Getrennt­sein vom Alltags­leben und die Knapp­heit der Ressourcen ermöglicht eine inspi­rierende Gruppen­dynamik. Diese wird ver­stärkt durch die körper­liche Anstrengung - den Aufstieg zur Alp, das Auskund­schaften der Umgebung oder durch das Spalten von Holz­blöcken. Das Riedji ist zu einem Knoten­punkt geworden für Menschen verschie­denster Herkunft. Was sie verbindet ist die Freude an Neuem, das Nach­denken und die Bereit­schaft das Leben mit anderen zu teilen. Das Riedji soll weder ein Museum noch ein Ferien­idyll sein, sondern ein Ort des Austauschs.
Für viele Besucher des Riedji gehören die kulina­rischen Ein­drücke zu den einpräg­samsten. Nach körper­lichen Anstren­gungen und frischer Höhen­luft lässt sich die Viel­falt regio­naler Spezia­li­täten besonders geniessen. Einige der besten Schweizer Weine kommen aus dem Wallis (z.B. Fendant oder Dôle) und Europas höchst­gele­gener Wein­berg findet sich am Ein­gang des Matter­tals auf 1.150 m Höhe. Eben­falls aus der Region stammt der Raclette­käse, der tradi­tioneller­weise am offenen Feuer geschmol­zen wird. Speck, Roggen­brot und Rösti sind andere Vertreter der einfachen aber wohl­schmeckenden lokalen Küche. Das viel­leicht Köst­lichste ist jedoch das frische Wasser, das aus den Schnee­feldern ober­halb des Riedjis stammt. Das gemein­same Kochen am Holz­ofen oder der Aperitif mit Aus­blick auf die Berge ist nicht nur ein kulina­rischer Genuss, sondern auch ein soziales Ereignis.
Eigentümer vom Riedji ist Fernando Imboden. Seine Schwarzhalsziegen sömmern auf der Alp. Schon sein Vater Willy brachte seine Schafe auf das Riedji. Fernando und Willy Imboden haben eine neue Seilbahn vom Dorf auf die Alp gebaut.
Ohne die Familie Summer­matter und ihren Pionier­geist würde das Riedji in seiner heutigen Form nicht existieren. Anfang des 20. Jahr­hunderts fanden einige der Brüder Summer­matter in Zürich ihr Aus­kommen und lösten die 41 anderen Mit­eigen­tümer aus. So wurde das Riedji in einer Hand vereint, was unge­wöhn­lich für eine Alp dieser Grösse ist. Darüber hinaus bauten die Familien­mit­glieder (vgl. "Familienregister St.Niklaus") mit vereinten Kräften die Seilbahn - die erste in der Region - und das weit­läufige Netzwerk von Wasser­leitungen, dessen Fertig­stellung 10 Jahre dauerte. Ihr Erbe Paul Summer­matter (Lebenslauf) mit seinen Geschwistern und seiner Frau Susanne sorgten für den Erhalt des Riedjis, während ver­gleich­bare Alpen durch über­mässige Entwick­lung ihren ursprüng­lichen Charakter verloren. Paradoxer­weise waren es oft Aus­wärtige mit einer Affinität zu dieser Berg­region, die die Alp bewahrten und so kommen auch viele, die heute am Riedji Projekt mit­wirken von ausserhalb.