Menschen

Die Natürlichkeit, Schönheit und Abgeschieden­heit des Riedjis zieht Menschen aus ganz Europa an. Das Getrennt­sein vom Alltags­leben und die Knapp­heit der Ressourcen ermöglicht eine inspi­rierende Gruppen­dynamik. Diese wird ver­stärkt durch die körper­liche Anstrengung - den Aufstieg zur Alp, das Auskund­schaften der Umgebung oder durch das Spalten von Holz­blöcken. Das Riedji ist zu einem Knoten­punkt geworden für Menschen verschie­denster Herkunft. Was sie verbindet ist die Freude an Neuem, das Nach­denken und die Bereit­schaft das Leben mit anderen zu teilen. Das Riedji soll weder ein Museum noch ein Ferien­idyll sein, sondern ein Ort des Austauschs.
Für viele Besucher des Riedji gehören die kulina­rischen Ein­drücke zu den einpräg­samsten. Nach körper­lichen Anstren­gungen und frischer Höhen­luft lässt sich die Viel­falt regio­naler Spezia­li­täten besonders geniessen. Einige der besten Schweizer Weine kommen aus dem Wallis (z.B. Fendant oder Dôle) und Europas höchst­gele­gener Wein­berg findet sich am Ein­gang des Matter­tals auf 1.150 m Höhe. Eben­falls aus der Region stammt der Raclette­käse, der tradi­tioneller­weise am offenen Feuer geschmol­zen wird. Speck, Roggen­brot und Rösti sind andere Vertreter der einfachen aber wohl­schmeckenden lokalen Küche. Das viel­leicht Köst­lichste ist jedoch das frische Wasser, das aus den Schnee­feldern ober­halb des Riedjis stammt. Das gemein­same Kochen am Holz­ofen oder der Aperitif mit Aus­blick auf die Berge ist nicht nur ein kulina­rischer Genuss, sondern auch ein soziales Ereignis.
Ohne die Familie Summer­matter und ihren Pionier­geist würde das Riedji in seiner heutigen Form nicht existieren. Anfang des 20. Jahr­hunderts fanden einige der Brüder Summer­matter in Zürich ihr Aus­kommen und lösten die 41 anderen Mit­eigen­tümer aus. So wurde das Riedji in einer Hand vereint, was unge­wöhn­lich für eine Alp dieser Grösse ist. Darüber hinaus bauten die Familien­mit­glieder (vgl. "Familienregister St.Niklaus") mit vereinten Kräften die Seilbahn - die erste in der Region - und das weit­läufige Netzwerk von Wasser­leitungen, dessen Fertig­stellung 10 Jahre dauerte. Ihr Erbe Paul Summer­matter (Lebenslauf) mit seinen Geschwistern und seiner Frau Susanne sorgten für den Erhalt des Riedjis, während ver­gleich­bare Alpen durch über­mässige Entwick­lung ihren ursprüng­lichen Charakter verloren. Paradoxer­weise waren es oft Aus­wärtige mit einer Affinität zu dieser Berg­region, die die Alp bewahrten und so kommen auch viele, die heute am Riedji Projekt mit­wirken von ausserhalb.